Heretsch, Luther, Pfau: Löbliche Querulanten

So „unbequem“ war er dann gar nicht, der gleichnamige Gemeindeabend zum Patronatsfest. Das Buffet war vielversprechend, das Programm ebenso. Gleich drei Biographien von bekannten Querdenkern standen inhaltlich im Mittelpunkt des Abends.

Zum Beispiel Lehrer Erwin Heretsch, den die DDR-Oberen aus dem Schulwesen verbannten, auf dass ihn das Bistum Dresden-Meißen anstellte. Als Kirchenmitarbeiter stand er den Mächtigen weiterhin unbequem auf den Füßen – und dafür bekam er im Jahr 2010 (zwei Jahre vor seinem Tod im Alter von 84 Jahren) für sein Wirken das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Oder Martin Luther. Dessen Vita ist hinlänglich bekannt, weniger jedoch, dass er just an diesem Abend (10. November) 534 Jahre alt geworden wäre. Was bedeutet, dass er seine bekannteste Aktion – den Thesenanschlag in Wittenberg – mit gerade einmal 34 Jahren vollzog!

Und dann war da noch Ruth Pfau. Leipzigerin. Angstfreie Ordensschwester, die in Pakistan gegen Lepra kämpfte und erst vor wenigen Monaten in gesegnetem Alter dort verstarb – nach 50 „Dienstjahren“ unter den Ärmsten.

Die kurzweiligen Präsentationen von Frank Haschke und Pfarrer Eberhard Thieme wurden von rund 40 Gästen interessiert aufgenommen. Die eher geringe Teilnehmerzahl der ansonsten etablierten Veranstaltung war der einzige kleine Wermutstropfen – und das hatte sicher damit zu tun, dass eines dann doch wirklich richtig unbequem war: das Wetter vor der Haustür…