Sternsinger gehen für indische Kinder in die Spur – abermals Steigerung der Spendensumme

20*C+M+B+18 – das steht seit Sonntag (7.1.) mit Kreide über fast 80 Haustüren in und um Leipzig-Grünau. Angebracht haben diesen Segenswunsch  die Sternsinger aus den Gemeinden St. Martin (katholisch) und Paulus (evangelisch). Die Buchstaben stehen hierbei für „Christus segne dieses Haus” (lateinisch „Christus mansionem benedicat”) – und sind sehr einprägsam, weil sie zufällig den Anfangsbuchstaben der Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar entsprechen. Auf deren biblischer Geschichte fußt das Sternsingen, das als weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder gilt.

Neben dem Einsegnen der Häuser geht es nämlich um das Einwerben von Spenden. Dabei in diesem Jahr im Fokus: Indien mit seiner unglaublich hohen Zahl arbeitender Kinder. Im diesjährigen Projekt-Film schildert Reporter Willi Weitzel dramatische Entwicklungen in den Slums – Kinder ohne Chance auf Freizeit und Bildung schuften manchmal schon als 5-Jährige 15 Stunden am Tag, auf dass ihr karger Tageslohn (rund 1 Euro) dazu beitrage, die Familie am Leben zu halten. Mitunter müssen Kinder auch die Arbeit ihrer Eltern übernehmen, die wegen gesundheitsgefährdender Stoffe früh verstarben. „Die Kinder und auch wir Erwachsenen waren betroffen, dass in so vielen Produkten des täglichen Gebrauchs potenziell Kinderarbeit steckt“, berichtet Organisator Winfried Ksoll.

Mit der Gewissheit, hierzulande als reiche Kinder an die Haustüren reicher Mitmenschen zu klopfen (jedenfalls im Vergleich!), machten sich 10 Sternsinger-Gruppen motiviert auf den Weg – und zwar höchst erfolgreich und erneut mit Spendenrekord: Aus Kirchensammlung und Hausbesuchen, dazu noch einer Aktion der pfarreieigenen Kita, konnten die kleinen Könige 3232 Euro einsammeln.

„Die Sternsingeraktion ist auf vielen Ebenen gewinnbringend“, sagt Winfried Ksoll: „Wir sensibilisieren die junge Generationen für die Situation von anderen Kindern in Entwicklungsländern. Gleichzeitig binden wir Eltern ein und besuchen Familien, Alleinstehende und ältere Ehepaare.“